Rezension
Bei diesem Kriminalroman liegt die Betonung auf Roman, auf Geschichte. Wer mit Ruhe und Gelassenheit an dieses Buch herangeht und Freude am Entdecken hat, wird belohnt. Fiebern Sie nicht dem Ende entgegen, sondern lesen Sie Seite fĂŒr Seite und lassen sich von einem Kenner (gemeint ist der Autor) in die Denk- und Verhaltensweisen der einheimischen Bevölkerung einweisen bzw. vertraut machen.
Die AufklĂ€rung eines rĂ€tselhaften Doppelmordes wird Zeit brauchen. Das ist allen Beteiligten von Anfang an klar. Es gibt zu viele Fragezeichen und –wie stets- zu wenig Personal.
Zu Beginn empfehle ich einen Blick auf die Landkarte zu werfen - Google Maps leistet da ausgezeichnete Hilfe – dann biegen Sie mit dem Zeigefinger in die Rua Assis Vaz und sehen schon das GebĂ€ude der Policia JudiciĂĄra Directoria do Porto am linken Bildrand.
So, jetzt wissen Sie schon mal, wo das Team um Chefinspektor Fonseca gewissermaßen zu Hause ist. Auf den folgenden Seiten werden Sie es mit Inspektor Rui Pinto, einem stets tadellos gekleideten, etwa dreißigjĂ€hrigen, Polizisten und Ana Christina zu tun haben. Diese junge Dame steht noch ganz am Anfang der Karriereleiter, besitzt aber gegenĂŒber ihren mĂ€nnliche Kollegen einen entscheidenden Vorteil, mit dem sie sich vorsichtig und gezielt ins Spiel bringt. Sie hat Psychologie studiert und dieser Umstand, bzw. das erlernte Wissen, gereicht ihr bei manch einer Befragung zum Vorteil. FĂŒr mich ist sie die Protagonistin. Fonseca ist der Chef, aber Ana Christina ist die "stille" Heldin.
Die Recherchen sind mĂŒhsam, das Areal, in dem sich die Ermittler bewegen, ist groß, fast zu groß. Die GrĂŒnde fĂŒr den Doppelmord liegen nachweislich in der Vergangenheit. Ja, es gibt Hinweise und Vermutungen, aber auch Störmanöver von dritter Seite.
Mario Lima erklÀrt dem Leser, was Polizeiarbeit bedeutet.
Nix mit Kommissar Zufall oder der genialen Idee des Kommissars.
Beinharte Ermittlungsarbeit ist gefragt und der Leser kommt jedes Mal mit.
"Mario Lima ist das Pseudonym eines deutschen Autors, der seit vielen Jahren in Portugal lebt. Mit seiner Frau und drei Katzen wohnt er im grĂŒnen Norden des Landes. Dort kĂŒmmert er sich auch gern um seine Weinreben und keltert selbst etwas roten Vinho Verde. Barco Negro ist der Auftakt zu einer Reihe von Kriminalromanen um Inspektor Fonseca und die Mordkommission Porto."
Barco Negro erschien 2016 bei BoD – Books on Demand, Norderstedt.
Ach ja, was bedeutet Barco Negro? Es ist ein Fado von AmĂĄlia und zieht sich wie ein Leitmotiv durch den Roman. Wenn Sie die Homepage mario-lima.com aufrufen, können Sie das dazugehörende Video anklicken und natĂŒrlich erfahren Sie dort auch mehr zum Buch und zum Autor. 

Barco Negro


Bewertung

5/5 Region

5/5 Sprache

5/5 OriginalitÀt

5/5 Emotion

5/5 Plot (das HandlungsgerĂŒst)


Gesamtbewertung

Informatives

Autor/en


Kommissar/e


Tatort/e