Rezension
Gut, ein Krimi ist nun mal kein Kochbuch. In einem Krimi werden Verbrechen verübt. Mitunter ganz schreckliche. Die Autorin bildet da keine Ausnahme, im Gegenteil, sie wartet zum Anfang der Geschichte mit fünf Toten auf. Der Leser ahnt, dass dies der Anfang zu einer ganz bösen Geschichte werden kann. Und der Leser hat recht.  Kommissar Peer Nielsen von der Mordkommission Hamburg und sein Kollege Michael Boateng werden von ihrem Chef Gerhard Fritsche sehr nachdrücklich gebeten, den Fall aufzuklären. Fünf Tote? Und dazu so viele Fragen!  Als zum ersten Mal von „Gewebespender“ die Rede ist ahnt Peer, dass er diesmal wohl in einem anderen, völlig neuen Umfeld ermitteln muss. Das Rechtsmedizinische Institut, verschiedene Friedhöfe und ein Bestatter erweisen sich zwangsläufig als Anlaufstellen im Wege der Aufklärung.  Peer Nielsen ist der Protagonist dieses Buches. Schön nüchtern beschrieben wird er. Kein Held, ein Hamburger. Er wohnt in einer kleinen Dachgeschosswohnung, hat weder Frau noch Freundin und wird aufgeregt, wenn er einer tollen Frau begegnet, in diesem Fall heißt sie Christina Thomsen. Christina ist für ihn zugleich ein Lichtblick während der Ermittlungen.  Sich eines solchen Themas anzunehmen erfordert Mut. Damit aus der Geschichte aber kein Handbuch für angehende Pathologen wird, müssen Handlung und Personen dem Leser eine gehörige Portion Spannung bieten. Das ist Sanda Dünschede gelungen. Die Figuren sind klar und mit gerade einmal so viel Anteil an Privatleben beschrieben, das sie dem Leser den notwendigen Grad an Vertrautheit und Widererkennbarkeit bieten.  Und was die Region angeht, das ist ja mein Lieblingsthema, kann ich die Autorin nur loben. Die Ecken und Adressen, die beschrieben werden, zeugen von eigenem Erleben. Sandra Dünschede schaut auch auf die weniger spektakulären Plätze. Das gefällt mir.  Die Autorin muss ausführliche Recherchen zu ihrem großen Thema des Buches betrieben haben, denn ihre auszugweise Biografie, die ich dem Klappentext entnahm, enthält keinen Hinweis auf erlerntes Wissen vor ihrer Zeit als Verfasserin von Krimis: „Sandra Dünschede, geboren1972 in Niebüll/Nordfriesland, erlernte zunächst den Beruf der Bankkauffrau und arbeitete etliche Jahre in diesem Bereich. Im Jahr 2000 entschied sie sich zu einem Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzkrimis. 2006 erschien ihr erster Kriminalroman Deichgrab“. Der im Juli 2015 erschienene Band Knochentanz, erschien, wie ihre ersten neun Kriminalromane, im Gmeiner-Verlag. 
Sandra Dünschede
Knochentanz


Bewertung

5/5 Region

5/5 Sprache

5/5 Originalität

5/5 Emotion

5/5 Plot (das Handlungsgerüst)


Gesamtbewertung

Informatives

Autor/en

Sandra Dünschede, geboren 1972 in Niebüll/Nordfriesland, erlernte zunächst den Beruf der Bankkauffrau und arbeitete etliche Jahre in diesem Bereich. Im Jahr 2000 entschied sie sich zu einem Studium der Germanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Kurz darauf begann sie mit dem Schreiben, vornehmlich von Kurzgeschichten und Kurzgeschichten.

Kommissar/e

Peer Nielsen ist der Protagonist der Hamburg-Krimis, die Sandra Dünschede schreibt. Schön nüchtern beschrieben wird er. Kein Held, ein Hamburger. Er wohnt in einer kleinen Dachgeschosswohnung, hat weder Frau noch Freundin und wird aufgeregt, wenn er einer tollen Frau begegnet. Als Teamleiter ist er zur Teamarbeit verpflichtet, tut sich aber schwer, außer seinem engsten Mitarbeiter Michael Boateng auch andere Kollegen in den aktuellen Fall einzubeziehen. Damit sammelt er bei seinem Vorgesetzten keine Pluspunkte.

Tatort/e



Sandra Dünschede - 2. Teil des Interviews mit der Autorin.



Sandra Dünschede - 1. Teil des Interviews mit der Autorin.