Rezension
Ich schaue mir gerade noch einmal das Foto von Monika Mansour auf ihrer Website an. So ein liebes und freundliches Gesicht und schreibt mit Liebe, Sünde, Tod einen Krimi, der auch tatsächlich von Liebe, Sünde und Tod handelt. Ich hätte es wissen müssen, denn ich hatte vorher (ich weiß, falsche Reihenfolge) den zweiten Band Himmel, Hölle, Mensch gelesen. Das, was ich über den zweiten Band, der 2015 erschien, geschrieben hatte, gilt auch für den ein Jahr zuvor erschienenen. „Hier traut sich mal (endlich) eine Autorin (gilt aber auch für die Männer) eine ordentliche Portion Gefühl und Liebe beizumischen.“
Die Autorin bewegt sich in beiden Büchern in Grenzbereichen. Das beginnt mit der Figur des Protagonisten Cem Cengiz. Der junge Türke ist der Neue in der Fachgruppe „Delikte Leib und Leben“ des Ermittlungsdienstes der Kriminalpolizei Luzern. Selbstbewusst, ehrgeizig und stolz. Er liebt die Frauen und die Frauen lieben ihn – der gebührende Abstand bleibt stets gewahrt.
So ein Mann versteht sich natürlich glänzend mit Barbara Amato, Leiterin der Fachgruppe. Eine „Powerfrau mit italienischer Abstattung“. Rein kollegial, versteht sich.
Monika Mansour hat noch eine weitere Figur geschaffen: Lana. Sie kreuzt mehrfach die Wege Cems, was einerseits schön, andererseits nicht so gut für Cem ist. Cem schwankt und wankt. Er ist mal Cem und mal Ermittler. Hier ruft die Pflicht und dort lockt Lana.
Der Neue will zeigen, was er kann. Das ist eine ganze Menge, ob es auch das Richtige ist, ist eine andere Frage. Sein Pflichtgefühl zeigt ihm einen ganz bestimmten Weg, doch er verharrt in seinen Gefühlen und hört auf sein Herz. Manche Dinge können einfach nicht so sein, wie sie scheinen! Cem ist irritiert und verliebt zugleich.
Eine lange Vorrede für einen Krimi. Denn es geht natürlich auch hier um einen Mord. Verübt an einer jungen Frau. Ihr berufliches Umfeld ist rau. Hier muss der junge Türke ermitteln und stellt schnell fest, dass es im Vergleich hierzu noch eine Steigerung gibt.
Monika Mansour macht den Leser im Laufe dieser Geschichte auf liebenswerte Art und Weise mit den Traditionen türkischer Familien vertraut. Hier kann das einzelne Familienmitglied Halt und Heimat finden, sofern gewünscht. Und dann gewährt sie ihm in schneller Folge Einblicke in eine  ganz andere Welt, die grausam, gnadenlos und leider auch wahr ist.
Lieber Leser, dies ist ein Krimi, dazu ein Regionalkrimi, denn die Autorin zeigt dem Leser begleitend ihre Heimat.
Der Handlungsablauf ist packend, straff beschrieben und ohne Längen. Alles was da steht gehört unmittelbar zur Handlung. Ein mutig geschriebenes Buch, Sie werden schon merken, was ich damit meine.
Ihrer Website www.monika-mansour.com habe ich entnommen, dass im Sommer ein dritter Band um den türkischen Ermittler Cem Cengiz erscheint. Wie die beiden ersten auch, erscheint er bei emons:.
Monika Mansour
Liebe, Sünde, Tod


Bewertung

5/5 Region

5/5 Sprache

5/5 Originalität

5/5 Emotion

5/5 Plot (das Handlungsgerüst)


Gesamtbewertung

Informatives

Autor/en

Monika Mansour, Jahrgang 1973,schreibt seit ihrer Kindheit Romane und Kurzgeschichten in den Bereichen Krimi und Thriller und zeichnet leidenschaftlich gern. Nach einer Augenoptiker-Lehre ging sie auf Reisen und verbrachte mehrere Monate in Australien, Neuseeland und den USA. Heute ist sie hauptberuflich als kaufmännische Angestellte tätig und arbeitet nebenberuflich als Tattoo-Künstlerin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Kanton Luzern. Auf ihrer Website monika-mansour.com erfahren Sie noch viel mehr.

Kommissar/e

Um die Lösung dieses Falles bemüht sich der türkische Kommissar Cem Cengiz, der Luzerner Ermittler ist der Protagonist des Buches. Cem ist ein Typ, auf den man in gewissen Situation schon mal neidisch werden kann. Er geht seinen Weg ohne heldenhafte Allüren, kann einstecken ohne nachtragend zu sein und er liebt die Frauen. Da ist der Autorin eine gute Figur gelungen, die man bald wieder einmal erleben möchte.

Tatort/e



"Todesmelodie" von Monika Mansour - Rezension von Meine Kommissare



Monika Mansour - Interview mit der Autorin der Luzerner Krimis