Rezension
Mögen Sie Winterabende, etwas Schnee vielleicht, düstere Gestalten, unheimliche Begegnungen, darf auch eine Hexe darin vorkommen? Wenn Sie überall „ja“ angekreuzt haben, dann wird es Zeit für Luzerner Totentanz. Allerdings ist dies kein Märchen, sondern ein spannender Regio-Krimi von Monika Mansour. Eine mehr als handfeste Geschichte mit vielen alten Bekannten.
War das ein Wiedersehen. Allen voran Cem, der türkische Ermittler und Liebling der Frauen (bis er in diesem Band Konkurrenz bekommt), die temperamentvolle Barbara mit ihren roten Haaren und italienischen Wurzeln, Lila, die Freundin von Cem und natürlich Eva, die Cem zunehmend verwirrt.
Klare Rollen- und Aufgabenverteilung in einem unheimlichen Fall.
Eine Hexe spielt eine maßgebliche Rolle. Cem und ein Okkultismus-Experte begeben sich auf die Suche nach der Hexe.
Es gibt sie.
Sie treibt ihr Unwesen und hinterlässt deutliche Spuren. Die Autorin hat wieder einmal sauber recherchiert. Ein Fall für die Schweiz. Wo es im Winter immer noch Schnee gibt und die Berge für uns Hamburger unvorstellbar hoch sind. Wo man mit Hexen und Brauchtum anders umgeht als bei uns. In diesem Land sind eine wilde Reiterin und Hexensymbole glaubwürdige Zutaten für einen guten Krimi. Immer wieder habe ich im Netz nachgeschaut, recherchiert und der Autorin auf die Finger geschaut.
Ja, das stimmt alles.
Was hat das alles mit einem Krimi zu tun?
Lieber Leser, diese Hexe meint es ernst. Ihre Zeichen sind unübersehbar. Da lacht keiner mehr. Es gibt nämlich nichts mehr zu lachen. Die Zeit schreitet voran. Die Hexe meldet sich immer nachdrücklicher und zwingt die Ermittler zum Handeln.
Das ist die Geschichte – wir wollen uns aber auch ums Personal kümmern. Um die Riege der Ermittler. Das haben sie nämlich sämtlich verdient. Zumal wir uns mitten in den Weihnachtsfeiertagen befinden. Doch darauf nimmt die Hexe keine Rücksicht.
Mächtig unter Druck stehen die Ermittler. Die Nerven liegen blank. Jeder der Beteiligten hat noch mit seiner eigenen Geschichte ein Päckchen zu tragen. Das kann man nicht morgens in der Garderobe abgeben. Das schleppt man dauernd mit. Diese Geschichten machen die einzelnen Akteure menschlich und verletzbar. Das gehört dazu. Das macht die Geschichte rund.
Monika Mansour erzählt einen Krimi aus ihrer Heimat, mit ihren Figuren und in ihrer Sprache. Wieder einmal ein echter Mansour.
Luzerner Totentanz erschien im September 2017 und, wie die vorangegangenen Bände auch, bei emons:.
Monika Mansour
Luzerner Totentanz


Bewertung

5/5 Region

5/5 Sprache

5/5 Originalität

5/5 Emotion

5/5 Plot (das Handlungsgerüst)


Gesamtbewertung

Informatives

Autor/en

Monika Mansour, Jahrgang 1973,schreibt seit ihrer Kindheit Romane und Kurzgeschichten in den Bereichen Krimi und Thriller und zeichnet leidenschaftlich gern. Nach einer Augenoptiker-Lehre ging sie auf Reisen und verbrachte mehrere Monate in Australien, Neuseeland und den USA. Heute ist sie hauptberuflich als kaufmännische Angestellte tätig und arbeitet nebenberuflich als Tattoo-Künstlerin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn im Kanton Luzern. Auf ihrer Website monika-mansour.com erfahren Sie noch viel mehr.

Kommissar/e

Um die Lösung dieses Falles bemüht sich der türkische Kommissar Cem Cengiz, der Luzerner Ermittler ist der Protagonist des Buches. Cem ist ein Typ, auf den man in gewissen Situation schon mal neidisch werden kann. Er geht seinen Weg ohne heldenhafte Allüren, kann einstecken ohne nachtragend zu sein und er liebt die Frauen. Da ist der Autorin eine gute Figur gelungen, die man bald wieder einmal erleben möchte.

Tatort/e



"Todesmelodie" von Monika Mansour - Rezension von Meine Kommissare



Monika Mansour - Interview mit der Autorin der Luzerner Krimis