Rezension
Jetzt fang ich noch mal von vorn an und beginne bei Luc Verlains erstem Fall (nachdem ich vor einigen Tagen eine Rezension zu Band vier geschrieben habe). Mir fiel nun mal der letzte Band zuerst in die HĂ€nde und da er mir sehr gut gefiel, will ich mich auch mit den davor erschienenen befassen.
Also, zurĂŒck auf Los, wie es bei MONOPOLI heißt und die Leser erfahren "wie alles begann".
Luc Verlain lĂ€ĂŸt sich aus privaten GrĂŒnden fĂŒr eine ĂŒberschaubare Zeit in seine Heimat an der französischen AtlantikkĂŒste versetzen. Er war Leiter der zweiten Pariser Mordkommission und zwar sehr erfolgreich. FĂŒr einen ĂŒberzeugten Junggesellen und umtriebigen Lebemann geradezu eine ZĂ€sur in seinem Leben.
Die neuen LebensumstĂ€nde, privat wie beruflich, unterscheiden sich gewaltig. Aus Pariser Sicht ist dieser Teil Frankreichs in erster Lnine Urlaubsparadies. Gewiss haben die namhaften Weinanbaugebiete und die regionale KĂŒche ihre VorzĂŒge - das wars dann aber auch. Und was die Bandbreite der ErmittlertĂ€tigkeiten angeht, so zĂ€hlt ein schwerer Einbruch bereits zu den besonderen Vorkommnissen. Was, so fragen sich die neuen Kollegen und die Ranghöheren insgeheim, will dieser Luc Verlain hier?
Das fragt sich Luc auch.
Den ersten Zusammenprall erlebt der Neue innerhalb und nicht außerhalb des Kommissariats. Hahnenkampf nennt man so eine Begegnung. Da markiert ein Baske mit Worten und Gesten in sehr deutlicher Form sein Revier.
Na toll.
Das Urlaubsfeeling, die Beschreibung guten Essens und Trinkens nehmen den Leser mehr und mehr ein. Er streckt sich unsd lÀsst die Stimmungsbilder auf sich wirken - bis ein totes MÀdchen gefunden hat.
Aufrechte Sitzhaltung, verbunden mit leicht erhöhter Aufmerksamkeit.
Die UmstÀnde des Todes sind rÀtselhaft. Es bilden sich zwei Lager. Es gibt kein "vielleicht" oder "möglicherweise" mehr, sondern nur noch :Der war es und kein anderer.
Zwei Lager entstehen auch im Kommissariat. Das ist schlimm, sehr schlimm sogar.
Die Ermittlungsarbeit wird mehr und mehr ĂŒberschattet von Emotionen, Drohungen und ersten TĂ€tlichkeiten.
Und mittendrin: Der neue Ermittler.
Der Leser sitzt jetzt leicht vornĂŒbergebeugt und will nicht mehr gestört werden.
Ach ja, der Autor verteilt auch Streicheleinheiten. In erster Linie sind sie fĂŒr Luc gedacht. An diesem Punkt habe ich endlich verstanden, warum auch meine Frau so von Alexander Oertker geschwĂ€rmt hatte. 
Retour erschien im MÀrz 2017 bei Atlantik im Hoffmann und Campe Verlag. 
Alexander Oetker
Retour


Bewertung

5/5 Region

5/5 Sprache

5/5 OriginalitÀt

5/5 Emotion

5/5 Plot (das HandlungsgerĂŒst)


Gesamtbewertung

Informatives

Autor/en

"Alexander Oetker, geboren 1982, war langjĂ€hriger Frankreichkorrespondent fĂŒr RTL und n-tv und ist profunder Kenner von Politik und Gesellschaft der Grande Nation. Die ersten drei BĂ€nde um Luc Verlain, Retour, ChĂąteau Mort und Winteraustern, standen wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Alexander Oetker lebt mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen in Berlin." So steht es im Klappentext des 2020 erschienenen Bandes "Baskische Tragödie".

Kommissar/e


Tatort/e